ANLASS

KOMPONISTEN

Schlenker, Manfred

Am Walde; Abschied; Muse und Dichter

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Stk: 
Art.Nr.: BCV 19.06.29
Besetzung (vokal): SSATB
Textanfang:
Am Waldsaum kann ich lange Nachmittage, dem Kuckuck horchend, in dem Grase liegen, er scheint das Tal gemächlich einzuwiegen im friedevollen Gleichschlag seiner Klage. Da ist mir wohl, und meine schlimmste Plage, den Fratzen der Gesellschaft mich zu fügen, hier wird sie mich doch endlich nicht bekriegen, wo ich auf eig'ne Weise mich behage. Und wenn die feinen Leute nur erst dächten, wie schön Poeten ihre Zeit verschwenden, sie würden mich zuletzt noch gar beneiden. Denn des Sonetts gedrängte Kränze flechten sich wie von selber unter meinen Händen, indes die Augen in der Ferne weiden.; Unangeklopft ein Herr tritt abends bei mir ein: "Ich habe die Ehr, Ihr Rezensent zu sein." Sofort nimmt er das Licht in die Hand, Besieht lang meinen Schatten an der Wand, Rueckt nah und fern: "Nun, lieber junger Mann, Sehn Sie doch gefaelligst mal Ihre Nas so von der Seite an! Sie geben zu, dass das ein Auswuchs is." "Das? Alle Wetter - gewiss! Ei Hasen! ich dachte nicht, All mein Lebtage nicht, Dass ich so eine Weltsnase fuehrt' im Gesicht! Der Mann sprach noch verschiednes hin und her, Ich weiß, auf meine Ehre, nicht mehr. Meinte vielleicht, ich sollt ihm beichten. Zuletzt stand er auf; ich tat ihm leuchten. Wie wir nun an der Treppe sind, Da geh ich ihm, ganz froh gesinnt, Einen kleinen Tritt, Nur so von hinten aufs Gesässe, mit. Alle Hagel! ward das ein Gerumpel, Ein Gepurzel, ein Gehumpel! Dergleichen hab ich nie gesehn, All mein Lebtage nicht gesehn Einen Menschen so rasch die Trepp hinabgehn!; »Krank nun vollends und matt! Und du, o Himmlische, willst mir Auch schon verstummen - o was deutet dies Schweigen mir an? Gib die Leier!« - »Nicht doch, dir ist die Ruhe geboten. Schlafe! träume nur! still ruf ich dir Hülfe herab. Deinem Haupte noch blühet ein Kranz; und sei es zum Leben, Sei's zum Tode, getrost! meine Hand windet ihn dir. »Keinen Lorbeer will ich, die kalte Stirne zu schmücken: Laß mich leben, und gib fröhliche Blumen zum Strauß!«

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